Hochbegabung bei Erwachsenen

Hochbegabung bedeutet überdurchschnittliche Fähigkeiten auf einem oder mehrerer Gebiete (z.B. sprachliche-, mathematische-, abstrakt-intellektuelle oder sozial-emotionale Fähigkeiten) zu haben und zudem sehr hohe Motivation, Kreativität und Begeisterungsfähigkeit zu erleben. Hochbegabung bedeutet aber auch hoch sensibel für zwischenmenschliche Prozesse, Gefühlslagen oder Stimmungen zu sein.

Die meisten erwachsenen Hochbegabten wissen von sich selbst nicht, dass sie hochbegabt sind. Viele reagieren auf die Vermutung, sie könnten hochbegabt sein, verunsichert oder aufgewühlt. Dennoch finden sie dadurch – häufig zum ersten Mal – eine mögliche Erklärung für ihr Besonderssein; es fügt sich alles zu einem nachvollziehbaren Bild von sich und den eigenen biographischen Erfahrungen.

Eine Person gilt dann als intellektuell hochbegabt, wenn sie in einem oder mehreren Bereichen über geistige Fähigkeiten verfügt, die extrem weit über dem Durchschnitt der Gleichaltrigen liegen. Nach der aktuellen Definition liegt dabei der Intelligenz-Quotient (IQ) bei 130 oder mehr Punkten. Demzufolge sind etwa zwei von hundert Menschen intellektuell hochbegabt. Der IQ lässt sich mithilfe eines Intelligenztests, der von einer/m PsychologIn durchgeführt wird, feststellen.

Hochbegabung und die damit verbundenen intellektuellen und sozial-emotionalen Merkmale zeigen sich in allen Lebensbereichen und stellen mannigfaltige Ressourcen dar.

In Bezug auf ihre biographischen Erfahrungsmuster ähneln sich die Betroffenen dabei z.T. sehr: Das Empfinden, anders zu sein, von anderen nicht gesehen oder verstanden zu werden, sich anpassen zu müssen, ausgebremst zu sein und abgelehnt zu werden, wird von vielen Hochbegabten beschrieben und kann zu deutlichem Leidensdruck führen. Dieser zeigt sich bspw. in wiederholten Beziehungs- und Lebenskrisen, depressiven Zuständen oder Ängsten.

Liegen solche psychische Belastungen oder sogar psychische Störungen vor, ist es besonders wichtig, diese vor dem Hintergrund der bestehenden Hochbegabung zu betrachten, um Fehldiagnosen zu verhindern und die passenden Behandlungsstrategien zu wählen.

Gerne berate und unterstütze ich Sie bei vorliegenden Belastungen oder Unsicherheiten bei der Vermutung einer Hochbegabung. Liegt eine psychische Störung vor, biete ich Ihnen darüberhinaus eine mit Ihrer Hochbegabung abgestimmte psychotherapeutische Behandlung an.

Quellen:
Brackmann, A. (2012a). Ganz normal hochbegabt – Leben als hochbegabter Erwachsener. Stuttgart: Klett-Cotta.
Brackmann, A. (2012b). Jenseits der Norm – hochbegabt und hoch sensibel? Stuttgart: Klett-Cotta.
García, M. (2015). Hochbegabung bei Erwachsenen. Norderstedt: Books and Demand.
Schwiebert, A. (2015). Kluge Köpfe, krumme Wege?. Paderborn: Junfermann.

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