ADHS im Erwachsenenalter

Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist ein Störungsbild, welches im Kindesalter auftritt. Entgegen früherer Lehrmeinung, dass sich die Störung im Erwachsenenalter „auswächst“, erleben Erwachsene in ihrem Alltag noch erhebliche Beschwerden und Einschränkungen. Je nach wissenschaftlichen Verlaufsstudien überdauern einige oder sogar alle Symptome.

Neben Desorganisiertheit, Stimmungsinstabilitäten, Aufmerksamkeitsstörungen, Hyperaktivität können auch Suchtverhalten und wiederholtes krisenhaftes Beziehungserleben als Symptome auftreten. Das „Durchhaltevermögen“ oder die Selbstmotivation sind oft eingeschränkt. Antriebslosigkeit oder Lustlosigkeit werden bei schwierigen umfassenden Aufgaben erlebt. Es kann sich sogar eine „Chronologie des Scheiterns“ im Lebensverlauf einstellen. Dies führt häufig zu einer starken psychischen Belastung. Erwachsene mit ADHS haben zudem ein erhöhtes Risiko, weitere psychische Störungen zu entwickeln, wie bspw. Depressionen, Ängste oder Sucht/Abhängigkeit, was den Leidensdruck noch einmal erhöht.

Als Ursache von ADHS wird ein neurobiologisches Erklärungsmodell angenommen. Es liegt eine Beeinträchtigung verschiedener Regelkreise im Gehirn vor, was zu einer Störung der Informationsverarbeitung, der Aufmerksamkeitssteuerung, der Reaktionszeiten und der Handlungskontrolle führt. Es kommt zu einer unzureichenden Selbstregulation der Aufmerksamkeit und weiterer Funktionen, welche das zielgerichtete Verhalten, den Antrieb, die Motivation und auch die Stimmung steuern. An der Entwicklung der ADHS werden neben genetischen Faktoren negative Einflüsse vor, während und nach der Schwangerschaft (wie z.B. Frühgeburt, Alkoholkonsum, etc.) angenommen.

Neben einer möglichen medikamentösen Behandlung bei einem Facharzt für Psychiatrie und/oder Neurologie, sollte diese Diagnose im Rahmen der psychotherapeutischen Behandlung explizit berücksichtigt werden.

Ziele einer Psychotherapie sind demnach

Quelle: Petermann, F. & Ruhl, U. (2011). Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörungen (ADHS). In: H.-U. Wittchen & J. Hoyer (Hrsg.). Klinische Psychologie & Psychotherapie (S. 678-692). Berlin: Springer.

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